Magen-Darm-Beschwerden – was steckt dahinter?

|Hören Sie auf Ihren Bauch!|
Magen-Darm-Beschwerden sind zwar unangenehm, meistens jedoch harmlos. Wenn die Beschwerden nicht von selbst verschwinden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Fast jeder Mensch wird ab und zu von Übelkeit, Blähungen, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Sodbrennen geplagt. Das ist zwar unangenehm, meistens jedoch harmlos. Doch wenn die Beschwerden nach einigen Tagen nicht von selbst verschwinden, immer wiederkehren oder sehr heftig sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Unsere Empfehlung: Hören Sie auf Ihren Bauch!

  • Bauchschmerzen: Wenn der Bauch schmerzt, kann das viele Ursachen haben. Manchmal steckt nur ein fettes Essen oder eine leichte Magen-Darm-Verstimmung dahinter. Werden die Beschwerden von Erbrechen, Durchfall und Fieber begleitet, deutet dies auf eine Darminfektion oder eine Lebensmittelvergiftung hin. Lokalisieren Sie die Schmerzen: Während die bisher genannten Ursachen eher diffuse Beschwerden bewirken, können akute Schmerzen im rechten Unterbauch auf eine Blinddarmentzündung und im rechten Oberbauch auf eine Erkrankung der Gallenblase hindeuten. Sehr starke und plötzliche Schmerzen, Erbrechen, kalter Schweiß, Schmerzen in der Brust und Blut im Stuhl sollten umgehend medizinisch abgeklärt werden, da diesen Symptomen auch ernsthafte Ursachen wie Darmkrebs, ein Darmverschluss oder ein Herzinfarkt zugrunde liegen können.
  • Blähungen: Wer unter Blähungen leidet, hat zu viel Luft im Darm, weil wir diese beim Essen schlucken und außerdem unsere Darmbakterien beim Verdauen von Kohlenhydraten Gase bilden – das geschieht in besonderem Maß beim Abbau stark blähender Speisen wie Kohl, Zwiebeln und Hülsenfrüchte. Können die Gase nicht entweichen, verursachen sie Krämpfe. Kurzfristig lindern Tees mit Anis, Kümmel und Fenchel die Beschwerden. Langfristig empfiehlt es sich, langsam zu essen und sich gesund zu ernähren. Kommen weitere Symptome wie Übelkeit oder Bauchschmerzen zu den Blähungen hinzu, können auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder eine Herzschwäche die Ursache sein. Bestimmte Abführmittel verursachen ebenfalls Blähungen.
  • Völlegefühl: Zu viel gegessen? Dann stellt sich manchmal ein unangenehmes Völlegefühl ein, das den Bauch aufbläht und nach vorne wölbt. Das Völlegefühl tritt meist zusammen mit Blähungen auf – umgekehrt muss dies nicht der Fall sein. Kleinere Portionen und Bewegung sind in diesen Fällen die beste Therapie. In seltenen Fällen ist ein Mangel bestimmter Enzyme für das Völlegefühl verantwortlich, die normalerweise für die Zerkleinerung der Nahrung sorgen. Gibt es zu wenige, gelangt ein Teil der Nahrung unverdaut in den Dickdarm, so dass die dort lebenden Bakterien viel Rohstoff zur Herstellung von Gasen vorfinden. Andere Ursachen können eine Magenschleimhautentzündung, Reizdarm oder Diabetes mellitus sein.
  • Gut zu wissen: Elektrolytlösungen, die den Salzverlust bei Durchfall ausgleichen, erhalten Sie in der Apotheke.
  • Durchfall: Die häufigste Ursache für akuten Durchfall sind Bakterien oder Viren. Um die Krankheitserreger so schnell wie möglich loszuwerden, reagiert der Körper mit Durchfall. Deshalb ist es zunächst auch nicht ratsam, Medikamente zu nehmen, die den Durchfall stoppen. Hält er jedoch mehr als drei Tage an, ist ein Arztbesuch erforderlich. Der Verlust von Flüssigkeit, Kalium und Mineralsalzen kann vor allem bei älteren Menschen zu gefährlichen Mangelerscheinungen und Austrocknung führen. Deshalb sollten Sie viel trinken!
  • Übelkeit: Das flaue Gefühl in der Magengegend kann viele verschiedene Ursachen haben. Sollen wir wie im Fall von verdorbenen Lebensmitteln, zu üppigem Essen oder übermäßigem Alkoholgenuss daran gehindert werden, weitere Schadstoffe zu uns zu nehmen, dient Übelkeit als Schutz. Übelkeit kann aber auch auf eine Reizung des Brechzentrums im Gehirn zurückzuführen sein – etwa bei Störungen des Gleichgewichtssinns im Ohr (Reisekrankheit, Durchblutungsstörungen, Migräne, Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc.). Häufig tritt Übelkeit als Begleitsymptom von Hunger, Sehstörungen, Gehirnerschütterung oder Stress auf.
  • Das macht den Darm krank!

    • Falsche und fettreiche Ernährung
    • Alkohol, Nikotin und sonstige Gifte
    • Stress, Angst und Sorgen
    • Mangelnde Bewegung
    • Bestimmte Medikamente (z. B. Antibiotika)
  • Sodbrennen: Gelegentliches Sodbrennen (= Reflux) oder saures Aufstoßen ist völlig normal. Wenn man zu viel oder zu hastig gegessen hat, kann es passieren, dass der Magensaft zurück in die Speiseröhre oder den Mund fließt. Häufig tritt Sodbrennen einige Stunden nach der Mahlzeit auf, bevorzugt beim Bücken oder Liegen. Bei dauerhaftem Sodbrennen ist Vorsicht geboten, da die Magensäure die Speiseröhre schädigen kann. Unbehandelt kann sich aus dem geschädigten Gewebe ein Speiseröhrenkrebs entwickeln. Für die sogenannte Refluxkrankheit ist meistens eine Störung des Schließmuskels zwischen Speiseröhre und Magen, Übergewicht und falsches Essen verantwortlich.
  • Mundgeruch: Ein säuerlich riechender Atem kann auf eine Magen-Darm-Erkrankung hinweisen. Beispielsweise können Störungen der Darmflora nach der Einnahme von Antibiotika, Verdauungsbeschwerden oder chronische Gastritis Mundgeruch verursachen. Doch tatsächlich liegt die Ursache für Mundgeruch in 80 Prozent aller Fälle im Mund selbst: Erkrankungen des Zahnfleisches und der Zähne, mangelnde Mundhygiene oder Entzündungen des Hals-, Nasen- oder Rachenraums sind hier die Hauptgründe. Ein Besuch beim Zahnarzt sollte daher als erste Maßnahme anstehen.
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