Exemplarische Aufzählung einiger Darmerkrankungen

Erkrankung
Beschreibung
Ursachen
Beschwerden
Vorbeugung (V)
Behandlung (B)
Hämorrhoiden Erweiterte Blutgefäße im Enddarm, die sich als Knoten am After äußern. Häufigkeit: 30 Prozent der Deutschen sind mehr oder weniger stark davon betroffen. Chronische Verstopfung, langes Sitzen und Bewegungsmangel, Übergewicht, Bindegewebsschwäche Jucken, Brennen, hellrotes Blut im Stuhl, Stuhlschmieren B: Salben oder Zäpfchen, Verödung, operative Entfernung
V: Ballaststoffe, Bewegung, viel trinken, für weichen Stuhl sorgen, Pressen vermeiden
Darmkrebs Bösartiger Tumor, meistens im Dickdarm einschließlich des Mastdarms (Rektum) Darmpolypen, Lebensalter, ballaststoff- und vitaminarme Ernährung, häufiger Verzehr von rotem Fleisch und tierischen Fetten, Alkohol, familiäre Vorbelastung, chronische Darmerkrankungen, Übergewicht Symptome erst im fortgeschrittenen Stadium, da Darmkrebs viele Jahre keine Beschwerden verursacht. Alarmsignale sind: Blut im Stuhl, veränderter Stuhl, Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme, Leistungsabfall B: Operation, Chemotherapie, Bestrahlung
V: Gesunde Ernährung, alle 10 Jahre Darmspiegelung (ab 55), jährlicher Test auf verstecktes Blut im Stuhl (ab 50)
Darmpolypen Gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, die mit zunehmender Größe bösartig entarten können. 90 Prozent aller Fälle von Darmkrebs entwickeln sich aus Polypen. Häufigkeit: 20 Prozent der über 60-Jährigen haben Darmpolypen. Genetische Faktoren, Lebensalter, fettreiche und ballaststoffarme Ernährung Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden (Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung), Kopfschmerzen, Schlafstörungen B: Operative Entfernung (häufig im Rahmen einer Darmspiegelung)
Divertikulitis Divertikel = Ausstülpungen der Darmwand in Dick- oder Dünndarm. Entzündung einzelner oder mehrerer Divertikel = Divertikulitis. Häufigkeit: 40 Prozent der über 70-Jährigen haben Divertikel. Ballaststoffarme Ernährung, erhöhter Druck im Darminneren durch Verstopfung, altersbedingte Veränderungen der Darmwand Meistens keine Beschwerden. Nur jeder zehnte Betroffene entwickelt eine Divertikulitis. Symptome: Schmerzen im linken Unterbauch, Blutungen, Fieber, Verstopfung bis hin zum Darmverschluss. B: Fasten zur Ruhigstellung des Darms, Antibiotika zur Behandlung der akuten Entzündung, in schweren Fällen operative Entfernung des betroffenen Darmabschnitts
Nahrungsmittel-
unverträglichkeiten
Unverträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel. Häufig: Laktose-Intoleranz (Milchzucker/Kuhmilch), Glutenunverträglichkeit (Klebereiweiß/Getreide), Histaminunverträglichkeit (Lebensmittel mit hohem Histamingehalt/Rotwein, lang gereifte Käsesorten), Fructose-Intoleranz (Fruchtzucker/Obst, Zucker). Fehlen wichtiger Enzyme für den Abbau bestimmter Stoffe (Unterschied zur Nahrungsmittelallergie: Abwehrreaktion des Immunsystems) Übelkeit, Durchfall, Völlegefühl, Bauchschmerzen, Verstopfung, Hautausschlag, Juckreiz (unspezifische Symptome) B und V: Vermeidung der entsprechenden Lebensmittel
Reizdarm Funktionsstörung des Verdauungstrakts. Eine der häufigsten Magen-Darm-Erkrankungen. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Seelische und körperliche Belastung, falsche Ernährung Bauchschmerzen, veränderte Verdauungsgewohnheiten (Wechsel von Durchfall und Verstopfung), Blähungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, starke psychische Belastung B: Kein Therapiekonzept zur Heilung aufgrund der unspezifischen Ursachen, nur Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden. Je nach Krankheitsbild: Wärme, Entspannung, Ernährungsumstellung, Schmerzmittel
Verstopfung Verzögerte Darmentleerung/Darmträgheit. Häufigkeit: 20 Prozent der Deutschen Ballaststoffarme Ernährung, Flüssigkeitsmangel, unterdrückter Stuhlgang, Stress, Bewegungsmangel, Nebenwirkung von Medikamenten, Darmerkrankungen, hormonelle Veränderungen, Lebensalter Seltener Stuhlgang (weniger als 3 x pro Woche), harter Stuhl, starkes Pressen, Gefühl der unvollständigen Darmentleerung, Blähungen, Bauchschmerzen B: Mit dem Arzt abgestimmte Umstellung bestimmter Arzneimittel, Abführmittel (vorübergehend)
V: Ballaststoffe in Kombination mit viel Flüssigkeit, abführende Nahrungsmittel (Dörrobst, Sauerkraut etc.), Bewegung

Diese Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Chronische Erkrankungen wie z. B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa wurden nicht berücksichtigt, weil diese Krankheiten zumeist in jungen Jahren auftreten und die Betroffenen entsprechend gut informiert sind.

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