Darmkrebs: Gehen Sie zur Vorsorge!

Risikofaktoren für Darmkrebs

  • Häufiger Verzehr von rotem Fleisch
  • Vitamin- und ballaststoffarme Ernährung
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht, Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte
  • Diabetes Typ 2
  • Alter ab 45 Jahren
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Darmpolypen
  • Familiäre Vorbelastung

In Deutschland erkranken jedes Jahr 70.000 Menschen an Darmkrebs. Damit ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung, an der hierzulande etwa 30.000 Menschen jährlich sterben. Die Überlebensrate könnte deutlich höher sein, würden alle Versicherten die Angebote zur Früherkennung nutzen. Doch leider nehmen nur zehn Prozent der Berechtigten die Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch.

Dabei kommt der Früherkennung gerade bei dieser Krebsart entscheidende Bedeutung zu, da Darmkrebs sehr langsam wächst und erst im fortgeschrittenen Stadium Beschwerden verursacht. Bei frühzeitiger Diagnose können neuesten Studien zufolge 85 Prozent der Betroffenen geheilt werden. Als einzige Krebsart bildet Darmkrebs Vorstufen: Fast alle Karzinome entstehen aus Wucherungen der Darmschleimhaut, den sogenannten Polypen. Diese sind zunächst einmal gutartig, doch mit zunehmendem Wachstum steigt das Risiko, dass sie sich zu bösartigen Krebsgeschwüren entwickeln. Werden Polypen frühzeitig beispielsweise im Rahmen einer Darmspiegelung entdeckt, kann der Arzt die Wucherungen schnell und gefahrlos bereits während der Untersuchung mit einer Elektroschlinge entfernen.

Da das Risiko einer Erkrankung ab dem 50. Lebensjahr deutlich zunimmt, bezahlen die Krankenkassen folgende Untersuchungen im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung:

  • ab dem 50. Lebensjahr:
    • jährlicher Test auf verstecktes Blut im Stuhl
    • Tastuntersuchung des Enddarms
  • ab dem 55. Lebensjahr:
    • Darmspiegelung (bei negativem Befund alle zehn Jahre)
    • Stuhltest auf verstecktes Blut und Tastuntersuchung des Enddarms im Zwei-Jahres-Rhythmus

Folgende Symptome gelten als Warnzeichen und sollten Anlass für einen Arztbesuch sein: sichtbares Blut im Stuhl, Veränderung der Stuhlgewohnheiten (Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung), Müdigkeit, Blässe, Gewichtsverlust, krampfartige Bauchschmerzen.

|Darmreinigung|
Moderne und wohlschmeckende Trinklösungen erleichtern die Darmreinigung erheblich.

Wie bereite ich mich auf die Darmspiegelung vor?

Eine gründliche Darmreinigung ist die wichtigste Voraussetzung für eine sichere Diagnose bei der Darmspiegelung. Nur dann kann der Arzt auch kleinste Veränderungen der Darmschleimhaut erkennen. Zur optimalen Vorbereitung dürfen deshalb bereits fünf Tage vor der Untersuchung keine ballaststoffreichen Nahrungsmittel oder Obst mit kleinen Kernen mehr verzehrt werden. Am Vortag und dem Untersuchungstag ist nur noch flüssige Kost erlaubt – stilles Mineralwasser, Kaffee, Tee, Säfte ohne Fruchtfleisch, klare Brühe (bitte sieben).

Bisher mussten die Patienten an diesen beiden Tagen vier Liter einer salzigen Lösung trinken, um den Darm zu säubern, was für viele eine große Belastung darstellte. Die Folge waren verschobene Termine oder ein vorzeitiger Abbruch der Spiegelung aufgrund schlechter Sicht.

Moderne und wohlschmeckende Trinklösungen erleichtern die Darmreinigung erheblich, weil auch mit nur zwei Litern, die sogar gesplittet werden dürfen (1 Liter am Vorabend, 1 Liter am Morgen), ein optimales Ergebnis erzielt werden kann. Fragen Sie Ihren Arzt nach den entsprechenden Präparaten!

Wie funktioniert eine Darmspiegelung?

Bei der Darmspiegelung (= Koloskopie) untersucht der Arzt den Dickdarm und den unteren Teil des Dünndarms. Dazu führt er einen biegsamen Schlauch in den After ein, an dessen Ende eine Kamera befestigt ist. Nun wird etwas Luft in den Darm gelassen, damit sich dieser entfaltet und den Blick auf jeden Quadratzentimeter Schleimhaut freigibt. Veränderungen und gutartige Polypen können sofort mit einer Elektroschlinge entfernt werden.

Gut zu wissen: Die Diagnose Darmkrebs ist immer ein Schock. Hilfe, Unterstützung und wichtige Informationen zur Therapie erhalten Sie bei der Felix-Burda-Stiftung (www.darmkrebs.de) und der Deutschen Krebshilfe e.V. (www.krebshilfe.de).

Die Untersuchung, die von einem Facharzt für Gastroenterologie (Magen-Darm-Heilkunde) durchgeführt wird, findet ambulant statt und dauert etwa 20 Minuten. Obwohl die Spiegelung in der Regel schmerzfrei ist, erhalten die Patienten vorab ein leichtes Beruhigungs- und Schmerzmittel, um mögliche Unannehmlichkeiten zu vermeiden.

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